Ein Weg für Janik. Barrierefreies Wandern als Schlüssel zum Glück.
Janik lebte mit Schwerbehinderungen. Der 16-Jährige musste rund um die Uhr gepflegt werden. Am liebsten war er mit seiner Mutter in der Natur unterwegs. Allerdings blieben ihnen viele Wanderwege verschlossen. Steile und unwegsame Pfade waren mit dem Rollstuhl nicht passierbar. Kurz nach der Veröffentlichung seiner Geschichte endete sein Weg. Ende September 2026 ist Janik gestorben.
In der Natur konnte Janik entspannen
Draussen war Janik ganz ruhig. Er hörte den Vögeln zu, spürte den Wind und nahm die Düfte der Natur wahr. Seine Mutter Elsbeth sah ihm die Entspannung an. «Die epileptischen Anfälle nahmen ab und ich spürte, dass ihm die Natur einfach guttat.» Waren Janik, seine Mutter und ihr Lebenspartner am Wandern, wurde alles ein bisschen leichter. Der Alltag mit den grossen Strapazen war dann weit weg. Doch auch auf den Wanderrouten gab es für die Familie Herausforderungen. Janik lebte mit einer unbekannten neurologischen Krankheit und im Rollstuhl. Er konnte diesen nicht selber steuern.
«Menschen wie Janik dürfen nicht ausgeschlossen werden»

Janiks Mutter wünscht sich, dass Menschen mit Behinderungen die Natur genauso erleben dürfen wie alle anderen. «Sie haben es verdient, mit uns unterwegs zu sein und nicht ausgeschlossen zu werden, weil ein Weg nicht zugänglich ist.» Der Jakobswegplus ist ein Angebot, das Rollstuhlfahrenden das Wandern oder Pilgern ermöglicht. Die Route führt von Konstanz nach Einsiedeln und wird nun ausgebaut bis nach Genf. Dies freut Elsbeth, die selber oft auch alleine auf dem Jakobsweg anzutreffen ist. Beim Wandern kann sie abschalten und Energie tanken.
In Gedenken an Janik

Mit grosser Trauer haben wir erfahren, dass Janik kurz nach der Veröffentlichung seiner Geschichte, am 30. September 2026, verstorben ist.
Sein Tod führt uns schmerzlich vor Augen, wie fragil das Leben sein kann – und wie kostbar jeder einzelne Moment ist. Für Janik waren es besonders die gemeinsamen Ausflüge in die Natur, die ihm viel bedeuteten.
Seine Geschichte erinnert uns daran, die Zeit, die uns geschenkt wird, nicht als selbstverständlich zu betrachten. Und daran, wie wertvoll es ist, Gelegenheiten für schöne Erlebnisse zu schaffen und sie gemeinsam mit den Menschen zu geniessen, die uns nahestehen.
Wir sind dankbar, dass wir Janik kennenlernen und seine Geschichte erzählen durften. Unsere Gedanken sind bei seiner Mutter Elsbeth, seiner Familie und allen Menschen, die ihm nahestanden.
Janik wird uns in Erinnerung bleiben.
Radiobeiträge
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Janiks steiniger Weg zum barrierefreien Wandern
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«Menschen wie Janik dürfen nicht ausgeschlossen werden»
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Key Facts
Jeder Schritt ist für Janik
Janiks Mutter Elsbeth hat ein eigenes Projekt ins Leben gerufen.
Es heisst: «Schritt für Schritt beWEGen»
Dabei legte Elsbeth über 1000 Kilometer zu Fuss auf dem Pilgerweg zurück.
Der Weg führte sie durch die Schweiz und durch Frankreich nach Spanien.
Bei jedem Kilometer sammelte sie Geld. Die Hälfte ging an Janiks Tagesschule, wo er den ganzen Tag betreut wurde. Die andere Hälfte investiert sie in ihre Pilgerreise.
Elsbeth liegt am Herzen, dass Menschen mit Behinderungen Zugang haben zu barrierefreien Wanderwegen.
Key Facts
Barrierefreies Wandern auf dem Jakobswegplus
Der Jakobswegplus ist eine rollstuhltaugliche Pilgerroute.
Der Wanderweg führt von Konstanz nach Einsiedeln. Das sind 150 Kilometer. Aktuell wird die Route ausgebaut, damit der Weg durchgehend bis Genf befahrbar ist.
Im Jahr 2027 soll das Projekt abgeschlossen sein.
Die Strecke bietet Abwechslung, Entspannung, Kultur, Natur und Herausforderungen.
Der Jakobswegplus will Rollstuhlfahrenden, die von ähnlichen Erlebnissen ausgeschlossen sind, barrierefreies Pilgern ermöglichen.
Bilder: Cemil Erkoc