Gemeinsam mit seiner Frau Jeannette rief Martin Plattner 1968 die «Aktion Denk an mich» ins Leben. Die Idee war, Kindern mit Behinderungen Sommerferien ausserhalb der Altersheime zu ermöglichen, in denen sie damals untergebracht waren. Aus dieser Idee ist eine Stiftung entstanden, die sich bis heute für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen im Ferien- und Freizeitbereich einsetzt.
Wer Martin Plattner begegnete, spürte sofort seine ruhige, herzliche Art. Wenn er mit seiner warmen, sonoren Stimme von den Anfängen erzählte, wurde Geschichte lebendig. Er berichtete nicht von Zahlen oder Erfolgen, sondern von Menschen. Von Begegnungen. Von kleinen Gesten mit grosser Wirkung. Besonders gerne erzählte er die Geschichte eines Mädchens, das jeden Tag bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad zur Schule fuhr. Das eingesparte Geld für den Bus legte es zur Seite und spendete den Betrag der «Aktion Denk an mich». Solche Geschichten haben Martin Plattner tief bewegt. Sie zeigten ihm, was möglich wird, wenn Menschen füreinander einstehen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation.
Als langjähriger Radiomoderator und Programmgestalter beim Schweizer Radio DRS verstand es Martin Plattner, Geschichten so zu erzählen, dass sie die Menschen berührten. Gemeinsam mit Jeannette hat er aber nicht nur Geschichten erzählt, sondern eine Bewegung der Solidarität angestossen, die bis heute wirkt. Heute, fast sechs Jahrzehnte später, unterstützt die Stiftung Denk an mich jedes Jahr viele finanziell benachteiligte Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderungen in der Schweiz und ermöglicht ihnen Ferien- und Freizeitaktivitäten.
Auch nach seinem Rücktritt blieb Martin Plattner der Stiftung eng verbunden. Er freute sich über ihre Entwicklung, interessierte sich für unsere Arbeit und traf sich regelmässig mit uns zum Essen. Diese Begegnungen waren geprägt von Herzlichkeit, Wertschätzung und vielen Erinnerungen an die Anfänge der Stiftung.
Wir verlieren einen warmherzigen Menschen, dessen Mitgefühl, Bescheidenheit und Engagement unsere Stiftung von Anfang an geprägt haben. Was Martin und Jeannette Plattner gemeinsam ins Leben gerufen haben, ist ein Leuchtturm gelebter Solidarität.
Im Namen des Stiftungsrats und des gesamten Teams der Geschäftsstelle sprechen wir Jeannette Plattner und seiner Familie unser tief empfundenes Beileid aus.