Zum grossen 50-Jahr-Jubiläum schenken wir der Schweiz 10 Jubiläumsprojekte.

Um die inklusive Zukunft mit allen Kräften voranzutreiben, zeichnet DENK AN MICH zehn starke Ideen zum Thema «Inklusion» aus und gibt eine Starthilfe von je bis zu 50'000 Franken. Zu diesem Zweck haben wir eine Jury zusammengesetzt, die aus insgesamt 53 Eingaben diejenigen zehn Projekte mit dem grössten «inklusivem Potenzial» in den Bereichen Mobilität, hindernisfreies Bauen, Freizeit und Bildung prämiert hat. Der Jury gehören Menschen mit und ohne Behinderung an: Christian Lohr (Jury-Präsident), Corina Arbenz, Amina Chaudri, Gilbert Gress, Daniel Oberholzer, Anja Reichenbach, Sandra Remund und Martin Wittwer.

Die folgenden zehn Projekte wurden ausgewählt. Die Reihenfolge entspricht der Präsenation des Projekts am Festakt vom 24. August 2018:

Jubiläumslogo mit den Logos vom Ferienhort Schaffhausen

«Ferienhort Schaffhausen – Teilhabe für alle»

Schaffhauser Sonderschulen, insieme Schaffhausen und Pro Infirmis Schaffhausen

Es sollte selbstverständlich sein, dass Kinder mit Beeinträchtigungen an allen öffentlichen Freizeitangeboten teilnehmen können, so wie alle anderen Kinder auch! Diese Selbstverständlichkeit und die Inklusion von Kindern mit Beeinträchtigungen zu fördern hat sich der „Ferienhort Schaffhausen - Teilhabe für alle, für Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen“ zum Ziel gesetzt. Das von insieme Schaffhausen, Schaffhauser Sonderschulen und Pro Infirmis Schaffhausen getragene und bereits erfolgreich durchgeführte, spendenfinanzierte Angebot beweist, dass Inklusion für alle ein Gewinn ist. Mit der Unterstützung stärkt der Ferienhort die selbstverständliche Zugehörigkeit - ein Menschenrecht, das von klein an gelebt werden sollte.

Jubiläumslogog vom Gaskessel

«Inklusive Kultur im Gaskessel Bern»

Verein Jugend- und Kulturzentrum Gaskessel

Mit der Umsetzung des Labels „Kultur Inklusiv" macht der Gaskessel Bern einen weiteren Schritt, um (Jugend-)Kultur für Menschen mit Behinderung zugänglicher zu machen. Mit dem Abbau gebäudetechnischer, inhaltlicher und kommunikativer Hürden sowie mit künstlerischer Thematisierung und Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten fördert er die Inklusion auf verschiedensten Ebenen - damit am Ende auch die Hürden in den Köpfen fallen. In einem ersten Schritt liegt der Fokus auf Jugendlichen und junge Erwachsenen mit Hörbehinderung bzw. Gehbehinderungen. Im Kulturbereich gleichberechtigt beteiligt sein zu können ist nicht nur für Menschen mit Anderssein eine Bereicherung.

Jubiläumslogo von Psy Promotion und dem Schweizerischen Gehörlosenbund SGB - FFS

«Reden rettet Leben»

Agentur Psy Promotion, Schweizerischer Gehörlosenbund SGB-FFS

Mit dem Projekt «Reden rettet Leben» wird gehörlosen und schwerhörigen Menschen mittels Gebärdensprache und Untertitelung ein barrierefreier Zutritt zum Theater ermöglicht. Als Einstieg dienen «Die Leiden des jungen Werthers», ein Theaterstück unter der Regie von Kaija Ledergerber, in einer monologischen Fassung von Paul Sonderegger, nach dem Roman von Johann Wolfgang Goethe zur Suizidprävention. Auch gehörlose Menschen leiden unter Depressionen wofür es vielfältige Gründe gibt, die mit den Erfahrungen zusammenhängen, welche gehörlose Menschen machen. Mit der Produktion reiht sich «Reden rettet Leben» in die schweizweite Suizidpräventions-kampagne ein und spricht hauptsächlich die Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen an.

Jubiläumslogo von Ich bin da-Produkte

«Ich bin da – wir erobern den grossen Markt»

Ich bin da-Produkte

Es ist wohltuend, wenn etwas unseren Bick einfängt und uns ein Schmunzeln entlockt. Die farbenfrohen und ansprechenden Bilder sowie die originellen und zum Teil etwas schrägen Texte von Ich bin da verleiten dazu und tun einfach gut. Ich bin da erobert mit Produktetiketten und Design aus lebensfrohen, ausdruckstarken künstlerischen Motiven und hintersinnigen Wortkrea-tionen von Menschen mit Behinderungen den grossen Markt und macht dabei den wertvollen Beitrag von Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung an die Gesellschaft sichtbar! Ich bin da lebt Inklusion aus Überzeugung und setzt nach dem Motto «Menschen schauen zueinander» gemeinsam mit Menschen mit einer Behinderung Ideen in die Tat um. Sie säen damit viel Freude und zeigen, dass sich jeder Schritt lohnt.

Jubiläumslogo vom machTheater

«ANDERS GLEICH»

machTheater unter der Leitung von Urs Beeler, Britta Halperin und Tonia Bollmann

Das Label machTheater bietet mit der TheaterWerkstatt Kindern und Jugendlichen mit Handicaps die Möglichkeit, sich in verschiedenen Ausdrucksformen weiterzubilden und aufzutreten. Das Projekt «ANDERS GLEICH» mit dem TeamMachTheater schafft eine Begegnungsplattform, auf der vielfältig und hautnah erlebt und erfahren werden kann, dass anders gar nicht so ungleich sein muss. Mit Aufführungen, öffentlichen Diskussionsrunden und Workshops in Schulen wagt sich das Team an das Experiment zu einem anderen Rollenverständnis. Es ermöglicht das Erlebnis, wie es sich anfühlt, wenn die Gesellschaft Menschen mit Handicaps nicht wegdenkt, sondern sie vermisst.

Jubiläumslogo vom Zürcher Theater Spektakel

«Zürcher Theater Spektakel – ein inklusiver Anlass»

Zürcher Theater Spektakel

Beim Theater Spektakel ist Inklusion keine Floskel, sondern ein Ziel, das in der Infrastruktur und im Programm mit konkreten Angeboten und Massnahmen umgesetzt wird. Schon früh hat das Theater Spektakel Menschen mit einer Behinderung zur Mitarbeit in einem Beirat eingeladen, aus der Überzeugung heraus, dass nur sie die nötige Expertise einbringen können. Es ist erfreulich, dass der Anlass damit ein Echo findet: Immer mehr Menschen mit einer Behinderung erleben das Theater Spektakel als ihr Festival. Durch den Jubiläumsbeitrag der Stiftung DENK AN MICH werden weitere innovative Inklusionsprojekte realisiert.

Jubiläumslogo der Vereinigung Cerebral Schweiz

«CléA – Schlüssel zur Assistenz»

Vereinigung Cerebral Schweiz

CléA unterstützt Betroffene, deren Angehörige sowie Behindertenorganisationen bei der Herausforderung, zu den persönlichen Vorlieben passende Assistenzpersonen zu finden. Deshalb baut die Vereinigung Cerebral Schweiz eine Internetplattform in leichter Sprache auf, auf der ohne grossen Aufwand geeignete Assistenz- und Begleitpersonen gesucht und gefunden werden können. Menschen, die Assistenz und Begleitung suchen und solche, die entsprechende Dienstleistungen anbieten, erstellen ein Profil auf der Internetplattform. Ein Computerprogramm vergleicht die Profile und macht Vorschläge, wer zusammenpasst. Danach wird auf gegenseitigen Wunsch die Kontaktaufnahme ermöglicht. Das Projekt CléA nutzt die Digitalisierung, damit sich Betroffene selbst helfen und die für sich geeignete Assistenz selbstständig finden können.

Jubiläumslogo von Speciel Olympics Switzerland

«UNIFIED – Ein innovatives Konzept für inklusive Sportförderung»

Special Olympics Switzerland

Das Programm UNIFIED verschafft Menschen mit Beeinträchtigung Zugang zu regulären Breitensportaktivitäten. Dabei werden keine kostspieligen Parallelstrukturen aufgebaut; vielmehr geht es darum, nationale Sportverbände, regionale Sportvereine und Organisatoren von Breitensportevents in die Pflicht zu nehmen und sie bei der Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung in ihre Strukturen zu unterstützen. Special Olympics arbeitet hier eng mit Sportverbänden, Sportvereinen und Organisatoren von Breitensportevents zusammen.

Jubiläumslogog vom wildwuchs Festival Basel

«Wer hat hier Recht(e)? Künstlerischer Projektparcours zur UN-BRK»

wildwuchs Festival Basel

In einem künstlerischen Parcours hinterfragt das wildwuchs Festival den Stand der Umsetzung der UN‐Behindertenrechtskonvention in der Schweiz, die 2014 die Konvention ratifiziert hat. Die Erkenntnis, dass Menschen mit Behinderung gleichberechtigte Bürgerinnen und Bürger sind, setzt sich nur sehr langsam um. Wildwuchs lädt Kunstschaffende verschiedener Disziplinen ein, gemeinsam mit Betroffenen künstlerische Projekte zu den BRK zu entwickeln und öffentlich im Rahmen von wildwuchs 2019 zu präsentieren. So wird das Thema auf künstlerisch vielfältige Art und Weise in die Öffentlichkeit getragen und bewusst gemacht.

Jubiläumslogo der SChweizer Pärke

«Schweizer Pärke für alle»

Netzwerk Schweizer Pärke

Die Pärke gehören zu den schönsten Landschaften der Schweiz und sind Modellregionen der nachhaltigen Entwicklung. Erhalt der Natur, Umweltbildung und Förderung der regionalen Wirtschaft sind ihre Kernaufgaben. Sie engagieren sich auch für einen inklusiven und sozialen Tourismus, damit alle von der Natur profitieren können. Dazu verbessern die Pärke die Informationen zur Zugänglichkeit, sensibilisieren ihre Mitarbeitende und Partner für diese Fragen und entwickeln Angebote, die für alle zugänglich sind.

Ein Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung

Auch wenn wir bereits auf 50 Jahre DENK AN MICH zurückblicken können, passen wir uns laufend aktuellen Erkenntnissen und Gegebenheiten an. Während in der früheren Zeit erst auf Exklusion, dann auf Separation und schliesslich auf Integration gesetzt wurde, liegt heute die Inklusion in unserem Fokus.

Konkret bedeutet Inklusion die gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben. So sollen Menschen mit einer Behinderung in Zukunft zum Beispiel Zugang zu attraktiven Arbeits- und Wohnmöglichkeiten haben, wo sie gemeinsam mit Personen ohne Behinderung aktiv das Geschehen mitgestalten können.

Jubiläumsprojekt «Labor Inklusion»

In unserem Jubiläumsjahr 2018 steht das Thema Inklusion im Zentrum. Darum hat unser Stiftungsrat beschlossen, eine Million Franken zugunsten des innovativen Pionierprojekts "Labor Inklusion" der Organisation Blindspot - Inklusion und Vielfaltsförderung Schweiz – zu sprechen . «Labor Inklusion» lebt die Inklusion vor, indem sie in Bern eine sanierungsbedürftige Liegenschaft komplett barrierefrei umbaut. Sobald der Umbau vollzogen ist, wird eine begleitete Wohngemeinschaft für junge Menschen mit und ohne Behinderung einziehen.

Bereits realisiert ist das Vorprojekt «Provisorium46», ein Gastrobetrieb, der es ermöglicht, dass Menschen mit und ohne Behinderung Seite an Seite miteinander arbeiten können. Im Rahmen dieses Projekts werden die Mitarbeitenden gezielt befähigt, damit sie selbstbestimmt an der Gesellschaft teilhaben können. Ziel von «Labor Inklusion» ist es, Ideen, Thesen und Modelle zu testen, damit später Akteure in der ganzen Schweiz inspiriert werden, ihre Projekte ebenfalls inklusiv zu gestalten.

Sehen Sie hier das Video zum «Labor Inklusion»: